11. Schwangerschaftswoche/ 11. SSW

Der Embryo hat in der 11. Schwangerschaftswoche jetzt circa eine Länge von 30 mm bis 50 mm vom Scheitel bis zum Steiß erreicht und die ersten Geschmacksknospen bilden sich aus. Ab diesem Schwangerschaftsstadium sprechen Mediziner nun vom Fötus, da wichtige embryonale Entwicklungsstadien abgeschlossen sind.

 

Wissenswertes für die werdende Mama:

Durch die gesteigerte Blutzufuhr in Kombination mit einem niedrigen Blutdruck kann es zu Schwindelanfällen kommen – regelmäßige Spaziergängen an der frischen Luft oder für Schwangere verträgliche Kreislauftropfen können helfen.
Bis zur Geburt des Babys erhöht sich die Blutmenge um bis zu 50 Prozent. Der Kreislauf der Schwangeren beschleunigt sich. Hände und Füße sind warm und gut durchblutet.
Zahnfleischbluten und unkonntrolliertes Nasenbluten können unangenehme Begleiterscheinungen dieser Umstellung sein.
Bei Hungerschüben sollte auf den Körper gehört und den Gelüsten nachgegangen werden, aber dennoch ist auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu achten und eine optimale Versorgung mit Nährstoffen alternativ über Nahrungsergänzungsmittel sicherzustellen.

Für Schwangere besteht die Möglichkeit zwischen der 11. und 13. Schwangerschaftswoche parallel zur regulären Vorsorge ein „Ersttrimester-Screening“ (Nackenfaltenmessung) vornehmen zu lassen.
Das Ergebnis dieser Untersuchung dient als Basis damit sich kalkulieren lässt, wie hoch das Risiko ist, ein Kind mit bestimmten Behinderungen zur Welt zur bringen.
Die für das Ersttrimester-Screening (Nackenfaltenmessung) entstehenden Kosten werden von der Krankenkasse allerdings nur für Frauen im Alter über 35 oder mit besonderen familiären Risiken übernommen.
Das Zentrum des Screenings ist die Ultraschallmessung der Nackentransparenz (NT) vom Fötus.
Bei einigen Chromosomenveränderungen wie z.B. beim Down-Syndrom, aber auch einiger Herz- und anderer Fehlbildungen, staut sich in der Nackenregion überdurchschnittlich Flüssigkeit an – dies ist im Ultraschallbild zu sehen und messbar.

Der Arzt führt in der Regel parallel zur Nackenfaltentransparenzmessung (NT) einen Test durch, der die Konzentration der beiden Stoffe (ß-hCG und PAAP-A)
im Blut der Mutter ermittelt. Am Ende werden das Ergebnis der Nackentransparenz-Messung und das Alter der Schwangeren ins Verhältnis gesetzt. Dies erlaubt eine recht zuverlässige Risikoberechnung.
Abschließende Klarheit geben jedoch erst weitere Untersuchungen wie eine Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) oder Sonografien.
Das Ersttrimester-Screening (Nackenfaltenmessung), wo auch die Blutwerte und Alter der Frau für eine Risikoberechnung ins Verhältnis gesetzt worden waren, hat den älteren Triple-Test weitgehend ersetzt, weil er heute als zu ungenau beurteilt wird.

Das Screening wird von vielen Seiten befürwortet, weil es die Schwangere in ihrer Schwangerschaft bei Unauffälligkeiten entlastet.
Kritiker äußern hingegen, dass das Ergebnis der Untersuchung die werdenden Eltern unnötig verunsichern kann, denn etwa zwei bis acht Prozent der unter 35-Jährigen erhalten fälschlicherweise den Befund eines erhöhten Risikos.
Hier kann eine anschließende Amniozentesen Klarheit bringen.

Im Zeitraum von der 9.-12. SSW sollte die zweite Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung eingeplant werden.


Diese Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung in der 9.-12. SSW beinhaltet:

  • erstes Ultraschallscreening 9-12SSW
  • das Gewicht der Schwangeren wird ermittelt
  • der Blutdruck wird gemessen
  • eine Urinuntersuchung wird durchgeführt

 

Zusatzuntersuchungen:

  • Toxoplasmose Screening
  • Ultraschall

 

Die Zusatzuntersuchungen zählen nicht zu den Regelleitungen der Krankenversicherung. Der Gynäkologe sollte die Schwangere über mögliche Zusatzuntersuchungen genau informieren -
die entstehenden Kosten dafür müssen allerdings privat beglichen werden.

 

Wissenswertes für den werdenden Vater:

Die ersten Vorsorgeterminen sind spannend und aufregend für Schwangere – alles ist neu und unzählige medizinische Daten und Fachbegriffe müssen verarbeitet werden. Schwangere setzen sich meistens stark mit diesen Informationen auseinander. Werdende Väter sollten sich an den Untersuchungsergebnissen interessiert zeigen und bei Unklarheiten unbedingt Fragen stellen, um möglichst großen Anteil an der Schwangerschaft zu nehmen.

 

12. SSW